Fridays For Future in Corona-Zeiten

Artikel zuletzt aktualisiert am 11.05.2020

Derzeit besteht unser Organisations-Ausschuss aus 13 Leuten. Diese Gruppengröße konnten wir mit dem ein oder anderen Zuwachs in den letzten Monaten erreichen und stetig halten. Aufgrund der Corona-Krise sind weder Mitglieder dazugekommen, noch haben wir welche verloren.

Das größte Thema war in den letzten Monaten und auch bei unseren Ortsgruppentreffen unsere Forderungen an die Stadt Grünstadt zu finalisieren. Das haben wir mit unserem letzten Ortsgruppentreffen (mittels einer Zoom-Telefonkonferenz) geschafft. Wir müssen uns jetzt erst einmal geldulden bis wieder ein wenig Ruhe einkehrt in der Politik um diese Forderungen dann letztendlich auch zu veröffentlichen. 
Darüber hinaus haben wir uns in den letzten Monaten verstärkt mit anderen Ortsgruppen z.B. Bad Dürkheim und Neustadt vernetzt um eine bessere Zusammenarbeit und damit einen stärkeren Effekt gemeinsamer Aktionen zu erzielen. 
Durch diese Vernetzung kam die Idee mit der Banneraktion auf, worauf wir momentan fokussiert sind, um in der kurzen Zeit, die bis zum 24.04. noch bleibt, alles zu organisieren, was nötig ist.

In jedem Fall wollen wir uns klar von einer Verherrlichung dieser Pandemie distanzieren. Auch wenn hier der Umweltaspekt deutlich gewinnt, ist diese Situation sehr ernst zu nehmen, weswegen man nicht sagen kann, dass die Pandemie „nötig“ war. 
Wir freuen uns, dass durch einen deutlich gedrosselten Schadstoffausstoß unsere Welt in einem gewissen Sinne „aufatmen“ konnte und wir wünschen uns sehr, dass die Menschen aufgrund dessen umdenken.
Um hier ein Beispiel zu nennen: Man erkennt jetzt, dass über digitale Medien eine Kommunikation durchaus an vielen Stellen genauso möglich ist wie bei einer face to face Konversation. Hier können wir uns vorstellen, dass in Zukunft die Möglichkeiten unseres digitalisierten Zeitalters mehr ausgeschöpft werden um den PKW mal in der Garage zu lassen oder um einen In- oder auch Auslandsflug vermeiden zu können. 
Man muss aber auch die Kehrseite der Medaille sehen, die leider auch genug Schattenseiten offenbart. Durch die wirtschaftliche Krisensituation, in die uns das Virus gebracht hat und noch immer bringt, wird es Unternehmen an Geld für Investitionen fehlen, die eine klimaschonende Produktion ermöglichen würden. Auf langfristige Sicht wird das Corona-Virus also den Klimawandel vielmehr beschleunigen.

Ein Umdenken zu mehr Nachhaltigkeit durch die Krise ist eher unwahrscheinlich. Es ist jedoch die große Chance für die Umweltbewegung, nach der Krise dafür zu sorgen, dass Klima und Umweltfragen nicht wegen der geschwächten Wirtschaft vergessen werden und bei staatlichen Subventionen und Hilfen auf die Klimaverträglichkeit von Firmen geachtet wird. Dies ist jedoch zugleich auch eine Forderung an die Politik bezüglich der Umsetzung dessen.
Es ist möglich, dass in der Bevölkerung eine “Die Krise ist vorbei, jetzt wird alles nachgeholt”-Mentalität herrscht. Hier werden wir versuchen ein Bewusstsein für die Abhängigkeit des Menschen von der Umwelt und die Verletzlichkeit durch andere Krisen, wie Naturkatastrophen, zu schaffen.